Claudia Tolck
Praxis für Osteopathie, Gesundheit und Bewegung
Osteopathie, Kinderosteopathie, Manuelle Therapie und Neurologische Therapie

Manuelle Lymphdrainage

Mit der manuellen Lymphdrainage wird mittels schonender manueller Gewebsverformungen der Abtransport von Gewebeflüssigkeit über das Lymphsystem gefördert. Dabei wird überwiegend das Unterhautgewebe mit sanftem Druck massiert. Die Griffe werden entlang dem Verlauf von Lymphgefäßen in Abflussrichtung geführt. Dabei wird in der Regel eine bestimmte Abfolge in der Behandlung einzelner Körperregionen eingehalten. Als Grifftechniken kommen Kreisbewegungen, Pumpgriffe mit Hilfe von Fingern und Daumen, Schöpf-, Dreh- und Quergriffe zur Anwendung. Die Griffe werden 5-7 mal wiederholt.

Durch die Dehnung des Gewebes und die leichte Drucksteigerung wird die Aufnahme von Gewebsflüssigkeit in die Lymphkapillaren begünstigt. Das Dehnen des Gewebes bewirkt die Kontraktion der glatten Muskulatur der Lymphgefäße, unterstützt durch das vegetative Nervensystem.  

Die Lymphdrainage wird hauptsächlich eingesetzt für Beschwerden, bei denen es zu Stauungen von Lymphe oder Wasser im Gewebe kommt. Diese Form der manuellen Therapie versucht,

  • die Eigenmotorik der glatten Muskulatur der Lymphgefäße zu fördern
  • die Lymphkapazität zu verbessern
  • Körperregionen zu entstauen
  • Schmerzen zu lindern
  • die Neubildung von Lymphgefäßen an Unterbrechungsstellen zu erreichen

Die manuelle Lymphdrainage wird beispielsweise eingesetzt bei

  • Lymphödemen, 
  • nach Lymphknotenentfernung, Chemotherapie 
  • Ödemen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Schwellungen nach Verletzungen oder Operationen
  • Atemwegserkrankungen mit starker Verschleimung
  • Nervenschmerzen/Lähmungen (z. B. Trigeminusneuralgie, Morbus Sudeck, Gesichtsnervlähmung)
  • im Kopf und Halsbereich bei bestimmten Formen der Migräne, nach grippalen Infekten, chronischen Schleimhautkatarrhen, HWS-Syndrom, Ödembildung nach Zahnextraktionen
  • im Brust-Rückenbereich bei BWS- und LWS-Syndrom, Lumbalgien und Ischalgien
  • im Arm- und Beinbereich nach Brustamputationen, Ödemen nach Knochenbrüchen, Blutergüssen, Ödemen nach Meniskusoperationen, Hüft- und Kniearthrosen
  • Auftreten von Ödemen bei Arthroseschüben, Multipler Sklerose, nach Schlaganfällen, chronischen Ekzemen und Narben
  • bei kurzfristigen Stauungsproblemen, zum Beispiel nach längeren Flügen
  • zum Stressabbau und zur Entspannung

Vorsicht ist geboten bei akuten Entzündungen, akuten allergischen Reaktionen, Herzschwäche und Wasseransammlungen in den Beinen aufgrund einer Herzerkrankung, Blutgerinnungsstörungen sowie nach Blutgerinnseln in den Venen.

mit Ihren behandelnen Arzt sollten Sie bei folgenden Erkrankungen Rücksprache halten:

akuten Infekten, da hier die Gefahr einer bakteriellen Streuung besteht

schwerer Herzinsuffizienz (Gefahr: Lungenödem)

tiefer, akuter Venenthrombose (Phlebothrombose) (Gefahr: Lungenembolie)

bösartigen, unbehandelten bzw. wieder auftretenden Tumorerkrankungen

evtl. bei Asthma bronchiale

akuten, allergischen Kontaktekzemen der Haut im Ödemgebiet.



  • über die Berufsverbände der Physiotherapeuten, kann der Patient die Zusatzzertifikationsqualifizierung der Praxis erkennen, als Qualitätskontrolle. Ab 2021 wurde zusätzlich über die Krankenkassen geregelt, das jeder Praxisinhaber, öffentlich die Zusatzzertifikation seiner Praxismitarbeiter machen muss.

  •   

    Lymphbahnen im menschlichen Gehirn entdeckt

  • University of  Virginia Health System, Antoine Louveau 2015 Die Anatomie des menschlichen Körpers gilt als gut bekannt. Doch nun haben Forscher im Gehirn eine wichtige Entdeckung gemacht, die bisher in keinem Lehrbuch verzeichnet ist: Sie fanden neue Gefäße.

    Der Forscher machte die große und wahrlich überraschende Entdeckung, wie sollte es anders sein, an einer Maus. Antoine Louveau hatte im Labor an einer Methode herumprobiert, die Hirnhäute einer Maus so freizulegen, dass sie im Ganzen sichtbar werden. Die Maus war tot. Louveau fixierte ihre Hirnhaut an der Schädeldecke, bevor er sie sezierte. So blieb alles im Originalzustand erhalten.

    Dann stellte der Forscher fest, dass die Immunzellen in der Gehirnhaut der Maus in Bahnen angeordnet waren. In Lymphbahnen. Moment mal: Lymphbahnen im Gehirn?

    „Die Lehrbücher müssen umgeschrieben werden“, rief sein Chef, Jonathan Kipnis, Leiter des Zentrums für Neuroimmunologie der University of Virginia.

  •  Die Forscher haben nun im Magazin „Nature“ von ihrem Fund berichtet.

  • Dass Gehirn und Immunsystem miteinander in Verbindung stehen, das wissen Forscher schon eine ganze Weile. Schließlich lassen sich im zentralen Nervensystem auch Immunzellen finden. Aber bisher wussten die Forscher nicht, wie direkt die Gehirn-Immun-Verbindung ist. Sie verfügt sozusagen über eine eigene Schnellstraße.

    Lymphgefäße sind ziemlich gut versteckt

    Man habe solche Ideen bisher „für etwas esoterisch“ gehalten, sagt Kipnis. Schließlich sind in keinem Anatomielehrbuch bisher Lymphbahnen im Gehirn vermerkt. Weder bei Mäusen noch bei Menschen. Die Körper von Lebewesen galten als vollständig vermessen.

    Die Lymphgefäße seien ziemlich gut versteckt gewesen, sagen die Forscher. Sie lagen dicht hinter den Venenkanälen in der harten Hirnhaut. Wenn man erst mal wisse, wo und wonach man suchen müsse, finde man die Lymphbahnen in der Hirnhaut aber leicht. Auch in den Schädeln verstorbener Menschen haben sie die Bahnen aufgespürt, sagen die Forscher.

      

    Die Gefäße seien mit Lymphknoten im Hals verbunden, und zwar mit denen, die in der Nähe einer Vene namens Jugularis interna liegen, und könnten Immunzellen aus der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit transportieren, schreiben die Forscher in „Nature“. Es gebe einen Zufluss und einen Abfluss.

    Die Lymphe ist eine Flüssigkeit, die auf ihren Bahnen den gesamten Körper durchfließt und dabei Überflüssiges aufnimmt. Zwei Liter davon hat ein Mensch etwa im Körper. An 600 Stationen, den Lymphknoten, wird die Flüssigkeit gefiltert. Krankheitserreger werden heraussortiert. Wenn die Lymphknoten viel zu tun haben, schwellen sie an und können Schmerzen verursachen.

    Wenn dieses System sich nun also bis in das Bindegewebe ausdehnt, das das Gehirn umschließt, müsse man verschiedene neurologische Störungen neu untersuchen und bewerten, schreiben die Forscher. Sie nennen Autismus, Multiple Sklerose (MS) oder Alzheimer. (2015)

         

    Bei der Entstehung dieser Krankheiten spielt das Immunsystem eine Rolle – und das Gehirn. Auch das wissen Forscher schon lange. Aber wie genau? Nicht nur Anatomielehrbücher müssen möglicherweise umgeschrieben werden. Auch Behandlungen/ Therapien müssen neu überdacht werden.