Claudia Tolck
Heilpraktikerin für Physiotherapie
Osteopathie, Manuelle Therapie und Neurologische Therapie

Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)

Über so genannte Bewegungsfühler (Rezeptoren) nimmt man wahr, wie der Körper sich bewegt oder in welcher Haltung er sich befindet. Mit der PNF-Therapie (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) können die Rezeptoren gezielt angeregt und aktiviert werden. Die Bewegung wird durch die Erregung gebahnt/erleichtert (fazilitiert).

Es gibt exterozeptive Reize

  • Hautkontakt (taktile Stimulation)
  • Blickkontakt (visuelle Stimulation)
  • Kommando (verbale Stimulation)

und enterozeptive/propriozeptive (Tiefensenibilität) Reize

  • Druck und Zug an Gelenken
  • Dehnung/Widerstand an Muskeln

Zu Beginn der Behandlung mit PNF wird geprüft, welche Bewegungsfähigkeiten vorliegen. Die neuen Bewegungsmuster orientieren sich an der normalen motorischen Entwicklung und werden entsprechend der spiraligen Anordnung der Muskeln dreidimensional und diagonal ausgeübt. Komplexe Bewegungen werden in kleine Untereinheiten zerlegt und getrennt oder kombiniert geübt. 

PNF versucht,

  • den Muskeltonus zu normalisieren (Kräftigung oder Entspannung),
  • die Koordination physiologischer Bewegungsabläufe zu verbessern (Bewegungskontrolle),
  • das Bewegungsausmaß zu steigern.  

Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation wird eingesetzt bei

  • neuromuskulären Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Gleichgewichtsstörungen, Multiple Sklerose)
  • peripheren Nervenläsionen
  • Schmerzzuständen
  • Defiziten im Haltungs- und Bewegungsmuster (muskuläre Dysbalancen, Skoliosen, Arthrosen, Bandscheibenschäden, degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule, Morbus Bechterew...)
  • Verletzungen des Skelettsystems (Muskeln, Bänder, Amputationen)